Die Große Stadtrundfahrt durch München

Unsere München-Redakteurin Ilka berichtet von ihrer Großen Stadtrundfahrt, der Grand Circle Tour durch München.

Weltstadt mit Herz, Monaco di Bavaria, Minga- es gibt viele Namen für München, meine Lieblingsstadt und eine der schönsten Städte Deutschlands. Als Tourist ist man angesichts der vielen Sehenswürdigkeiten und wunderschönen Plätze ganz schnell überfordert. Wohin zuerst gehen? Wie von A nach B kommen? Und das alles in der knapp bemessenen Urlaubszeit?

Da ist eine gut organisierte Stadtrundfahrt Gold wert. Und so mache ich mich bei schönstem Wetter mit Temperaturen über 30°C und strahlendem Sonnenschein auf, um München mit einem der zahlreichen blauen Cabrio-Doppeldeckerbusse zu erkunden.

Ich entscheide mich für die „Grand Circle Tour“, welche insgesamt ca. 2,5h dauert. Diese Tour führt nicht nur durch die Münchner Innenstadt, sondern fährt auch zu etwas entfernteren Plätzen, wie dem Nymphenburger Schloss und dem Olympiapark. Ein weiterer Vorteil: alle Touren sind 24h Hop-On, Hop-Off-Touren. Damit besteht die Möglichkeit, an jeder beliebigen Haltestelle auszusteigen, um etwas länger an einem Ort zu verweilen. Anschließend kann man mit einem der nachfolgenden Busse die Tour problemlos fortsetzen.

Nachdem ich meinen Online-Voucher am Treffpunkt an der Haltestelle Hauptbahnhof/Bahnhofplatz vor dem Kaufhaus Karstadt bei der netten Mitarbeiterin von Stadtrundfahrt München in ein gültiges Ticket eingetauscht habe, geht es auch schon los.

Natürlich möchte ich einen möglichst guten Platz auf dem Oberdeck und ganz vorne im Bus haben. Ziemlich schnell merke ich allerdings, dass meine Vorbereitung auf die Fahrt zu wünschen übrig lässt. Ich habe lediglich eine kleine 0,5l Wasserflasche dabei, keine Sonnenbrille, keinen Hut und keine Sonnencreme. Doch glücklicherweise gibt es auf dem Doppeldeckerbus auch schattige Plätzchen mit Dach, sowie ein klimatisiertes Unterdeck.

Meine Mitfahrer könnten unterschiedlicher nicht sein. Mit an Bord ist z.B. eine deutsche Familie, die Urlaub in München machte, ein Japaner ganz dem Klischee entsprechend mit Profikamera ausgestattet, ein angehender Münchner Taxifahrer, der die Stadt kennenlernen möchte und eine italienische Familie mit zwei kleinen, temperamentvollen Jungs.

Wir fahren vom Hauptbahnhof aus direkt auf das Wahrzeichen Münchens zu: die Frauenkirche mit ihren beiden Zwiebeltürmen.
Unser Tourguide teilt mit uns interessantes Hintergrundwissen. So erfahren wir, dass München seinen Namen einer angeblichen Niederlassung von Mönchen des Klosters Schäftlarn verdankt und der Name vom Vorläufer des mittelhochdeutschen Wortes „Mönch“ stammt. Die offizielle Wappenfigur, das „Münchner Kindl“, stellte ursprünglich ebenfalls einen Mönch dar und wurde im Laufe der Zeit verkindlicht.

 

 

Am Künstlerhaus biegen wir ab. Links vor uns liegt imposant der Wittelsbacher Brunnen, welcher zur Feier der ersten Münchner Wasserleitung gebaut wurde.
Die Fahrt führt uns weiter vorbei am Maximilianspark und Karolinenplatz, mitten hinein in die Maxvorstadt Richtung Königsplatz.

Gleich hinter dem Karolinenplatz befindet sich das Museumsviertel, genannt Kunstareal, mit der jüngsten Sehenswürdigkeit Münchens: erst im Mai 2015 wurde das NS- Dokumentationszentrum direkt neben Hitlers ehemaligem Führerbau eröffnet. Die Stadt ist eng mit der Frühgeschichte und der Entstehung des Nationalsozialismus verbunden. Das NS- Dokumentationszentrum soll an die Schrecken der Nazizeit erinnern und gegen das Vergessen wirken. Konzipiert wurde es als Lern- und Erinnerungsort.

 

Wer mag, kann an der Haltestelle „Kunstareal“ aussteigen, und neben dem NS-Dokumentationszentrum eines der weiteren zahlreichen Museen, wie z.B. das Lenbachhaus, das Museum Brandhorst und die Pinakotheken, besuchen und anschließend die Tour mit einem der nachfolgenden Doppeldeckerbusse fortsetzen. Ein wichtiger Hinweis für alle, die am Montag unterwegs sind: der Montag ist Ruhetag in vielen Münchner Museen.

Unsere Tour führt uns weiter über die Maximiliansbrücke vorbei am Friedensengel in den schönen Stadtteil Bogenhausen. Als wir an einer hübschen, alten Backstein-Villa vorbeifahren, erfahren wir, dass hier einst der deutsche Physiker und Nobelpreisträger Wilhelm Conrad Röntgen lebte. Am Maximilianeum, dem Sitz des Bayrischen Landtages, überqueren wir die Brücke und fahren zurück auf die andere Isarseite. Nach und nach wechseln die Fahrgäste. An jeder Station steigen Leute aus bzw. ein und nutzen das Hop-On, Hop-Off-Prinzip.

 

Über den Hauptbahnhof geht es weiter entlang des Nymphenburger Kanals zum Nymphenburger Schloss. Die Straße um den Kanal ist etwas schmal und so müssen wir ein Weilchen warten, bis der Bus sich durch die enge Straße, vorbei an wartenden Autos, durchgeschlängelt hat. Die beiden kleinen italienischen Jungs versüßen uns derweil die Wartezeit, indem sie auf ziemlich unterhaltsame Weise Hupgeräusche machen, um die Autos zum Weiterfahren zu bewegen. Als der Bus seine Fahrt fortsetzt, freuen sie sich ganz offensichtlich über ihren Erfolg.

Am Nymphenburger Schloss angekommen, machen wir eine zehnminütige Pause. Diese nutze ich, um mir ein wenig die Füße zu vertreten und es meinem japanischen Mitfahrer gleichzutun und zahlreiche Fotos vom Schloss und den wunderschönen, farbenfrohen Grünanlagen zu machen.

 

Nach der Pause führt uns die Tour zum Olympiapark und zur BMW-Welt, die sich gleich neben dem BMW-Werk und dem BMW-Museum (im Volksmund genannt „Salatschüssel“) befindet. Durch die erhöhte Position im Doppeldeckerbus haben wir einen tollen Blick auf das Olympiastadion, den Olympiaturm, die BMW-Welt und die angrenzende BMW-Zentrale, die architektonisch einem Vierzylindermotor nachempfunden ist.
Auch am Olympiapark haben wir zehn Minuten Aufenthalt. Unser Tourguide gibt uns den Tipp, auf den Olympiaturm zu steigen (bzw. zu fahren) und von oben den Sonnenuntergang mit Blick über ganz München und auf die Alpen zu genießen. Mit dem Stadtrundfahrt-Ticket gibt es eine Ermäßigung auf den Eintrittspreis. Da ich für den Abend bereits andere Pläne habe, bleibe ich im Bus sitzen, merke mir aber den Tipp für den nächsten Tag.

 

Für mich endet die Tour am Siegestor, eine Haltestelle vor der Endstation Hauptbahnhof. Vollgepackt mit lauter wunderbaren Eindrücken von München spaziere ich noch ein bisschen durch Schwabing und den Englischen Garten, halte meine Füße in den erfrischend kühlen Eisbach und gönne mir eine große Portion Eis.

Weitere Infos und Buchung Übersicht aller Touren in München

 

April – Okt. 10:00 – 16:00 alle 60 Min.
Nov. – März 10:00 – 15:00 alle 60 Min.
Haltestelle Hauptbahnhof/Bahnhofplatz vor dem Kaufhaus Karstadt

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