Vieux Port – der alte Hafen von Marseille

Der Vieux Port ist das historische und kulturelle Zentrum der Stadt Marseille – hier erlebt man die Geschichte der Seefahrerstadt besser als irgendwo anders. Unsere Bloggerin Andrea hat einen Spaziergang über die Promenade gemacht.

La vie est belle!

Ich befinde mich mitten im pulsierendem Herzen von Marseille. Damit ist der alte Hafen (Vieux Port) gemeint. Fans und Kenner der Provence wissen schon lang das es hier kaum etwas gibt, was keine geschichtliche Historie hat. So ist es auch, mit dem alten Hafen. Schon für die griechischen Seehändler war der alte Hafen damals der wichtigste Handelsposten. Kein Zweifel also das er auch von den Handelsflotten der Römer genutzt worden ist. Die Kaianlagen wurden allerdings erst viele Jahrhundert Jahr später hinzugefügt. Der damalige König ließ seine Untertanen bauen und verfügte schließlich über einen der größten und wehrhaftesten Häfen des Kontinents. Die feinsten und exotischsten Waren aus den französischen Kolonien wurden im Mutterland gelöscht und in Umlauf gebracht. Im ersten und zweiten Weltkrieg wurden allerdings die Superlative und weite Teile der Anlage zerstört. Doch schon vorher hatte seine Bedeutung einen Knacks bekommen. Mit dem Aufkommen der Dampfschiffe reichte der Tiefgang plötzlich nicht mehr aus. Marseille baute einen neuen Europort und der alte Hafen hatte als Wirtschaftsfaktor mehr oder weniger ausgedient. Dennoch, so richtig ruhig ist es um ihn nie geworden. Heute ist die Gegend um den alten Hafen ein Magnet für Touristen und Einheimische. Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt befinden sich in unmittelbarer Nähe. Bis zu 3500 Boote können hier von Anker gehen. Da kann man sich vorstellen das es hier munter zu geht. Fischerboote werden leider seit einigen Jahren immer mehr von Yachten und Segelbooten verdrängt. Wer eine maritime Stimmung mag ist hier genau richtig und sollte ein bisschen Zeit mitbringen.

Strahlender Sonnenschein, das Wasser glitzert und das mediterrane Flair lädt mich gleich zu einem ausgiebigen Spaziergang ein. Rund um das historische Hafenbecken reihen sich lauter Restaurants und Cafés aneinander. Im Hafen selbst drängeln sich noble Yachten an den Stegen. Es ist ein faszinierender Anblick. Ich schlendere so vor mich hin und halte immer mal wieder bei einigen Straßenmusikanten an. Nach einiger Zeit habe ich den Platz Ombriére (Unterstand Metro) erreicht. Hier steht gerade ein kleiner aber hübscher Weihnachtsmarkt. Die Neugier hat mich gepackt. Was es hier wohl gibt? Ich entdecke unter anderem Stände mit frischem Nougat, Schmuck, Töpferwaren und Spezialitäten aus Korsika. Sogar einen Stand mit vin chaud (Glühweinverschnitt) ist mit von der Partie. Von weitem erhasche ich einen Blick auf ein Karussell welches in einer Seitengasse steht. Ich entscheide mich einen kleinen Abstecher zum Place du General de Gaulle zu machen. Unglaublich, noch mehr Büdchen. Aber zu meinem Erstaunen gibt es hier nur alles rund um die Weihnachtskrippe „mediterraner Art“ versteht sich. Ich gehe zurück zum Hafen und bummele weiter Richtung Süden. Dabei komme ich am Büro der Touristenschiffe vorbei welche hier ihre Tickets für die Überfahrten zu den Inseln und den Calanques anbieten.

Hinter dem Fort Saint Nicolas befindet sich ein Park Namens: Jardin du Pharo mit dem gleichnamigen Schloss. (Auch mit der Hop On Hop Off Stadtrundfahrt durch Marseille zu erreichen) Von dort hat man einen wunderschönen Blick sowohl auf den alten Hafen als auch auf den großen Stadthafen. Nachdem ich ein paar hübsche Bilder geknipst habe mache ich mich auf den Rückweg. Wer keine Lust hat nochmal das komplette Hafenbecken zu umrunden kann die kostenfreie Abkürzung über das Wasser nehmen. Ein Elektroboot pendelt in regelmäßigen Abständen zwischen den Ufern. Es ist mittlerweile später Nachmittag, die größeren Restaurants haben noch geschlossen. Ich kehre bei „Le Locarno“ ein. Es ist ein kleine Basserie und Cocktailbar mit Blick auf den Hafen. Es gibt schließlich nicht nur Boote zu beschauen. Am Abend wird es am alten Hafen richtig romantisch. Die Restaurants öffnen und schmücken sich mit den schönsten Windleuchten. Auf einigen Yachten wird für das Candle-Light-Dinner gedeckt. Die beiden Forts an dem unteren Ende des Hafenbeckens sind hell erleuchtet. Alles in allem eine gewaltige Kulisse und wirklich ein Ausflug der Extraklasse. Ich kann euch also einen Ausflug zum alten Hafen nur empfehlen und wünsche viel Spaß beim Treiben lassen.

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