Stadtrundfahrt in Rom – Hop On Hop Off durch die ewige Stadt.

Rom, Hauptstadt von Bella Italia, der ewige Sehnsuchtsort für Freunde der antiken Römer,  des üppigen Barocks und des Dolce Vita. Um sich einen Überblick über all die römischen Herrlichkeiten zu verschaffen, gibt es es kaum etwas besseres als eine Stadtrundfahrt mit einem der Busse. Außerdem sind die Doppeldecker in knalligem Pink mit ihrem Hop-On-Hop-Service an 9 Haltepunkten eine erstzunehmende Alternative zu dem überlasteten öffentlichen Nahverkehr, wenn man sich ausschließlich im Zentrum bewegen möchte. 

Für mich startet heute an einem sonnigen Oktobertag die Fahrt am Ufer des Tibers in der Nähe der Engelsburg.  Die Busse kommen alle 25 Minuten vom Hauptbahnhof Termini aus, wo sie zwischen 8.30 Uhr und 18:40 Uhr losfahren. Übrigens: am Wochenende kann man noch länger seine Runden durch die Ewige Stadt drehen. Freitag, Samstag und Sonntag startet der letzte Bus um 20:45 Uhr ab Termini!

Beim Einsteigen in den Bus überreicht mir ein freundlicher Mitarbeiter von I love Rome einen pinkfarbenen Einwegkopfhörer sowie einen Stadtplan, in dem alle Busstops verzeichnet sind. Auf dem Oberdeck suche ich mir einen sonnigen aber auch leicht zugigen Platz aus. In weiser Voraussicht habe ich mir jedoch nicht nur eine Sonnenbrille, sondern auch einen Schal eingepackt. Bevor es losgeht mache ich mich erst einmal mit der Technik an Bord vertraut und stecke die Kopfhörerbuchse, in die dafür vorgesehene Apparatur in der Buswand. Über ein paar Druckknöpfe kann man problemlos aus 13 Sprachen wählen und die Lautstärke regulieren.

Und dann geht es auch schon los! Ein wenig schaukelnd fahren wir am Tiber entlang während in meinem Ohr eine angenehme Männerstimme über ein Gebäude spricht, das die Römer den „häßlichen Palast“ getauft haben. Der liegt auf der anderen Seite des Tibers und ist der Palazzo di Giustizia. Wirklich hässlich finde ich das etwas zu groß geratene Justizgebäude nicht, nur ein wenig überdekoriert. Schon bekomme ich den nächsten Hinweis eingeflüstert. Links von mir sehe ich das schneeweiße Museum Ara Pacis, das von dem amerikanischen Star-Architeken Richard Meier entworfen und um den Friedensaltar des Kaiser Augustus erbaut wurde.  Die Fahrt führt nun mitten hinein ins römische Einkaufsparadies rund um die Spanische Treppe. Auf die berühmtesten Stufen Italiens kann ich links einen ganz kurzen Blick am Ende der noblen Via Condotti ergattern. Hier reiht sich ein Edel-Store von Labels wie Prada und Gucci an den anderen. Für mich geht es jetzt erstmal auf einer anderen beliebten und belebten Einkaufsstraße weiter, der Via del Corso. Kurz darauf biegt der Bus nach links ab, um bei Stop Nr. 7 anzuhalten. Von dem aus ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Trevibrunnen. Neben dem Kolosseum und dem Petersdom, einer der stärksten Touristenmagneten in ganz Rom.

Ein weiterer römischer Hotspot ist von hier aus auch gut zu erreichen. Die Spanischen Treppe, die gerade erst nach längeren Renovierungsarbeiten für ihre Besucher im neuen Glanz erstrahlend geöffnet wurde. Und dann nimmt der Bus auch schon wieder an Fahrt auf in Richtung  Piazza Barberini, in deren Zentrum der Tritonen-Brunnen thront, den wir fast einmal umkreisen, um auf die Via Veneto zu gelangen. Seine Glanzzeiten hat dieser prächtige Boulevard in den 50er und 60er Jahren erlebt als internationale und nationale Stars in den Hotels und Bars allabendlich gefeiert haben. Ganz so illuster geht es heute hier nicht mehr zu, aber die Vielzahl an renovierten Palais, in denen ein 5 Sterne-Luxus-Hotel nach dem anderen eingezogen ist, zieht nach wie vor die Reichen und manchmal auch Schönen aus der ganzen Welt an. Am Ende der Via Veneto fahren wir durch die alte römische Stadtmauer.
Hinter der Aurelianischen Mauer ist auf einmal sehr viel Grünes zu sehen. Die Wiesen und Bäume gehören zur Villa Borghese, einem großen Stadtpark mitten im Herzen von Rom. Einige sehenswerte Museen wie zum Beispiel die Villa Borghese warten hier auf Kunstfreunde aus aller Welt. Dann gibt es da noch allerlei was zur Wochenend-Unterhaltung der Römer dient. Wie ein Kino, ein Shakespeare- und Puppen-Theater, ein Fahrradverleih und ein kleiner See, auf dem man sich sportlich auf Ruderbooten betätigen kann. Wer sich das alles einmal aus der Nähe anschauen möchte, sollte an Stop Nr. 8 ,Via Ludovisi/Via Veneto, den Doppeldecker der Stadtrundfahrt Rom verlassen.
Für mich und die anderen Fahrgäste geht es jetzt wieder zurück zur Piazza Barberini und zu Stop Nr. 9, den Kunstliebhaber unbedingt zum Aussteigen nutzen sollten. Direkt um die Ecke liegt der Palazzo Barberini, in der sich die Galleria Nazionale d´Arte Antica und eine der wundervollsten Barockdecken in ganz Rom befindet. Für mich heißt es wieder volle Konzentration, denn nun jagt ein Highlight das andere. Der Bus reiht sich in den Verkehr auf die Piazza della Repubblica ein, auf der ein imposanter Brunnen sprudelt. Rechts kann ich auf die lange Einkaufsstraße Via Nazionale schauen und links stehen die berühmten Therme des Diocletian, in denen sich heutzutage die von Michelangelo entworfene Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri und ein äußerst sehenswerter Standort des Römischen Nationalmuseums mit reichlich antiker Kunst befindet. Insgesamt sind die Kunstschätze dieses Museums auf vier Gebäude in ganz Rom verteilt.  Zum Beispiel auch im Palazzo Massimo alle Terme, neben dem sich Stop Nr. 1 am Hauptbahnhof Termini befindet. Dieses Mal dauert es bis zur Weiterfahrt etwas länger, weil hier ein ganzer Schwung neuer Gäste zusteigt und erst einmal sicher Platz nehmen muss bevor die Fahrt noch einmal über die Piazza della Repubblica und nur ein kleines Stück über die Via Nazionale führt. Dann geht es nach links zu einer der vier Papstbasiliken in Rom . Den erhabenen Anblick der Basilika Santa Maria Maggiore unter strahlend blauem Himmel verdanke ich übrigens einem „Schneewunder“.

Einst war einem Papst die heilige Jungfrau Maria im Schlaf erschienen und forderte ihn auf, an der Stelle in Rom eine Kirche zu erbauen, an der am nächsten Morgen Schnee liegen würde. Mitten im August ereilte übrigens den Papst dieser Traum! Nicht viel weniger wunderbar als diese Geschichte, ist auch ein nahegelegener Stadtteilmarkt. Der Nuovo Mercato Esquilino ist einer der buntesten Märkte Roms und liegt hinter der Piazza Vittorio mitten im römischen Multikulti-Viertel Esquilino. Nach einer Umrundung der Basilika folgt Stop Nr. 2. Der ist auch empfehlenswert für alle, die sich das nahe Stadtviertel Monti anschauen möchten. Bei einem Spaziergang durch die ruhigen Gassen über holpriges Kopfsteinpflaster vorbei an reizenden kleinen Boutiquen und Cafés, deren Fassaden von Efeu und Weinlaub behangen sind, scheint der römische Trubel ganz weit entfernt. Mich führt die Weiterfahrt jedoch mitten ins touristische Epizentrum Roms, zum Kolosseum. Doch zuerst fahren wir geradeaus ein Stück auf der Via Cavour, an deren Ende die Via Fori Imperiali liegt. Sobald man merkt, das der Bus zum Abbiegen nach Links ansetzt, heißt es unbedingt die Fotokamera zücken. Denn je nach Ampel- und Verkehrssituation bieten sich einem ab jetzt fast 5 Minuten lang diverse tolle Ausblicke auf das Kolosseum.
Wo einst Gladiatoren zur Unterhaltung des römischen Volkes auf Leben und Tod gegeneinander kämpften und sonstige recht blutrünstige Spektakel für die bis zu 50.000 Besucher stattfanden, liegt der nächste Bus-Stopp Nr. 3. Mitten im antiken Herzen Roms. Denn nicht nur das imposante Rund des Amphitheaters verführt zum Aussteigen, sondern auch das Forum Romanum und der Palatinhügel mit seinen Kaiserpalästen. Nachdem alle Zugestiegenen einen Platz gefunden haben, macht sich der Doppeldecker auf in Richtung des nahegelegenen Circus Maximus. Während im antiken Rom hier Wagenrennen abgehalten wurden, dient das staubige Oval heute als Austragungsort für Konzerte von Rockstars wie zum Beispiel den Rolling Stones. Wer einen der sieben Hügel, genauer gesagt den Aventin besteigen und von dort die Kuppel des Petersdoms durch ein Schlüsselloch bestaunen möchte, für den ist Stop 4 am Circus Maximus genau der richtige. Wer allerdings sitzenbleibt wie ich bekommt als nächstes die Bocca della Verità zu sehen, vor der wie üblich eine lange Schlange japanischer Touristen steht, um ein Foto mit ihrer Hand im „Mund der Wahrheit“ zu knipsen. Links von dem Spektakel liegt das Foro Boario. Was für den interessierten Laien wie runde sehr gut erhaltene Tempel aussieht, haben die Experten längst als einen antiken Fleischmarkt identifiziert. Aus der römischen Antike stammt auch das Marcellus Theater, an dem wir jetzt vorbeifahren und das von Kaiser Augustus in Gedenken an seinen verstorbenen Neffen und Schwiegersohn Marcellus errichtet wurde. Wer genau hinschaut, wird erkennen, dass die oberen Ränge des Theaters im Laufe der Jahrhunderte zweckentfremdet worden sind. Hier oben thronen nun Wohnungen in äußerst exklusiver Lage.

Mittlerweile ist der Bus an Stop Nr. 5 angelangt, der Piazza Venezia. Hier lohnt sich ein Ausstieg, um sich das riesige schneeweiße Nationalmonument zu Ehren des Königs Vittorio Emanuele II einmal in Ruhe zu bewundern. Von den Terrassen aus hat man übrigens einen phantastischen Blick auf das Forum Romanum, das Kolosseum und die ziegelroten Trajansmärkte. Verpassen sollte man auch nicht einen Besuch der Kapitolinischen Museen mit ihrer einzigartigen Architektur und Sammlung an Kunstschätzen. Weit ist es auch nicht mehr bis zum Ghetto, der Tiberinsel und natürlich dem Stadtviertel Trastevere, das sowohl tags als auch nachts – trotz hoher Besucherdichte – seinen ganz besonderen Charme hat. Der Bus reiht sich nun in den wahnwitzigen Kreisverkehr an der Piazza Venezia ein. Ich schaue im richtigen Moment nach rechts und sehe am Ende der Via Fori Imperiali noch einmal das Kolosseum aufblitzen. Ansonsten gilt meine gesamte Aufmerksamkeit einem Verkehrspolizisten, der mitten im römischen Verkehrschaos steht und seine Arme mit der Eleganz eines Dirigenten durch die Luft schwingt. Was immer seine Zeichen auch bedeuten mögen, sie zeigen zumindest Wirkung. Wir biegen ab und kommen an einem weiteren geschichtsträchtigen Ort vorbei, an dem einst der berühmte Feldherr und Kaiser Gaius Julius Caesar heimtückisch ermordet wurde.

Von all diesen historisch bedeutenden Geschehnissen haben die  wilde Katzen, die zwischen den antiken Tempelruinen auf dem Largo di Torre Argentina ein zu Hause gefunden haben, gar keine Ahnung. Über die breite Straße Corso Vittorio Emanuele II nähern wie uns Stop Nr. 6, an dem ich zugestiegen bin und mich gleich wieder zu Fuß ins römische Leben stürzen werde. Denn von dort aus sind es nur wenige Minuten bis zu zwei weiteren römischen Highlights. Die Piazza Navona mit Gian Lorenzo Berninis Vierströmebrunnen und den Campo de´ Fiori mit seinem Markt, der von unzähligen Restaurants, Bars und Cafés gesäumt wird. In den Gassen rund um die beiden berühmten Plätze kommen auch Shopping-Liebhaber bei einem Schaufensterbummel vorbei an kleinen Boutiquen, Antiquitätenhändlern und individuellen Läden auf ihre Kosten. Doch zuerst fährt der Bus noch eine Weile an altehrwürdigen Stadtpalästen und sehenswerten Gotteshäusern vorbei. So wie der Kirche Santa Maria in Vallicella, in der es neben reichlich barockem Prunk, auch drei Bilder des flämischen Malers Peter Paul Rubens zu bestaunen gibt. Wir biegen auf das Tiberufer ab und ich erspähe schon durch die Blätter der Platanen auf der anderen Flussseite das dicke Rund der Engelsburg, die man auf jeden Fall besuchen sollte. Es erwarten einen nicht nur prächtige Papstgemächer, sondern auch sensationelle Ausblicke von der Dachterrasse zu Füßen des Erzengels Michaels aus. Nach knapp 80 Minuten Fahrt heißt es jetzt für mich aussteigen. Bevor ich mich zu den Plätzen der historischen Altstadt aufmache, lege ich einen Abstecher auf die Engelsbrüche ein und genieße den Blick auf das Wahrzeichens Rom: den Petersdom mit seiner imposanten Kuppel.

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