Köln in 60 Minuten – eine Altstadttour für Eilige

Es klingt fast unmöglich und eigentlich ist es das auch. Eine Stadt wie Köln kann man normalerweise nicht in einer Stunde abfrühstücken. …aber möglich wäre es. Allerdings nur, wenn Sie die Punkte die ich gleich aufzähle, ablaufen ohne sie wirklich zu genießen. Also hoffen wir, dass Sie sich ein bisschen mehr Zeit für unsere schöne Stadt nehmen 😉

Beginnend vom Hauptbahnhof geht es erst mal zum nahegelegenen Kölner Dom. Die 157 Meter hohe Kathedrale ist echt ein Muss für jeden Köln Tourist und nicht umsonst eines der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Sie sollten auf jeden Fall in den Dom gehen und wenn Sie die Zeit und Luft haben können Sie auch die 533 Stufen des Südturms bezwingen. Das ist zwar echt anstrengend aber es lohnt sich!

Weiter geht es um den Dom zum Römisch-Germanischen Museum und dem Museum Ludwig für zeitgenössische Kunst. Hinter dem Museum werden Sie auf den rot gepflasterten Heinrich-Böll-Platz stoßen. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie dort von einigen Sicherheitsleuten gebeten werden den Platz nicht zu betreten, sondern am Rand entlang zu gehen. Dann probt oder spielt gerade die Kölner Philharmonie, die sich direkt unter dem Platz befindet. Der Platz ist quasi das Dach der Philharmonie, das leider so konstruiert wurde, dass man die Schritte auf dem Platz im Inneren hören kann. Wir Kölner haben uns mittlerweile daran gewöhnt und schmunzeln nur noch über diese kleine Bausünde.

Jetzt aber sollten Sie auf die große Eisenbrücke vor Ihnen zugehen. Vorbei am Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm geht es auf die Hohenzollernbrücke. Vielen auch bekannt als „Liebesschlossbrücke“ und Sie werden Augen machen! Auf den ersten 50 Metern werden Sie wahrscheinlich keinen freien Platz ohne Schloss finden. Wenn Sie zusammen mit Ihrem oder Ihrer Liebsten auch ein Schloss anbringen möchten, so gibt es im Bahnhof einige Geschäfte, die Ihnen ein Schloss mit Namen gravieren. Aber nicht vergessen den Schlüssel nach dem Anbringen in den Rhein zu werfen, damit es nicht mehr geöffnet werden kann und die Liebe ewig hält.

Sie können die Brücke jetzt wieder verlassen oder auch auf die andere Seite auf das gläserne Hochhaus zugehen. Das Hochhaus mit dem Namen Kölntriangel hat eine Aussichtsplattform auf dem Dach von der aus Sie die beste Sicht auf den Dom und die Altstadt haben. Die Kölner nennen die rechte Rheinseite übrigens die „Schäl Sick“, also die schlechte oder falsche Seite. Aber so schlecht ist sie eigentlich gar nicht.

Bleiben wir aber mal auf der linken Rheinseite. Wieder zurück am Reiterstandbild geht es die Treppen runter zum Rheinufer. Hier warten zahlreiche Außengastronomien oder auch Grünflächen und Mäuerchen zum Picknicken, Ausruhen, Essen und Trinken. Wenn Sie sich in oder vor eines der Restaurants setzen, so bestellen Sie bitte niemals ein „Bier“. In Köln heißt das immer nur „Kölsch“. Und auf gar, gar keinen Fall ein Altbier. Denn dann wird der „Köbes“ – so heißt die Bedienung in Köln – sehr ungehalten werden. Denn Altbier kommt aus Düsseldorf und Köln und Düsseldorf sind nicht gerade die besten Freunde. Wollen Sie aber lieber auf der Wiese oder einer der vielen Mäuerchen eine Pause machen, so suchen Sie das nächstgelegene „Büdchen“. Das ist der kölsche Name für Kioske, die es hier quasi an jeder Ecke gibt. Hier bekommen Sie Ihr Kölsch für kleines Geld und gleich noch was zum Knabbern. Sie könnten auch noch eine kleine Schiffstour mit einem der Panorama-Schiffe machen. Die Fahrten dauern ca. eine Stunde und geben Ihnen einen ganz besonderen Blick auf Köln. Alternativ gibt es natürlich auch die Hop-On-Hop-Off-Stadtrundfahrten mit dem Bus durch Köln.

Weiter geht es das Rheinufer entlang, vorbei an Groß St. Martin. Das ist die Kirche mit dem mächtigen Turm und ab dem Kölner Pegel können Sie durch die meist leeren Altstadtgassen am Rand der Altstadt oder direkt auf den Heumarkt schlendern. Dies ist einer der ältesten Plätze Kölns und hier wir auch jedes Jahr am 11.11. um 11:11Uhr die Karnevalssaison eingeläutet. In Köln heißt es übrigens immer „Karneval“ und „Alaaf“. Niemals „Fasching“ und „Helau“!

Vom Heumarkt können Sie langsam wieder zurück in Richtung Dom gehen. Etwas weiter Stadteinwärts finden Sie das etwas versteckte Museum zum römischen Prätorium. Das sind die beeindruckenden Reste des Palastes des damaligen römischen Stadthalters, welches sich mittlerweile weit unter dem heutigen Bodenniveau befindet. Oder Sie besuchen das Farina Haus. Hier wurde 1709 das allererste Eau de Cologne erfunden und wird so heute noch hergestellt! Und spätestens jetzt können Sie sich hoffentlich denken woher das Wort „Cologne“ (also „Köln“) in Eau de Cologne seinen Ursprung hat.

Direkt an den Heumarkt schließt sich der Alter Markt an. Ein etwas kleinerer Platz mit Außen- und Innengastronomie und dem historischen Rathaus im Hintergrund. Auf dem Platz steht außerdem der Jan von Werth Brunnen mit Denkmal. Jan war ein General im 30-Jährigen Krieg und ein Held der Kölner, nicht zuletzt wegen der Sage von Jan & Griet. Suchen Sie mal nach der Geschichte, die ist echt gut!

Zum Ende des Rundgangs, kurz vor dem Dom sehen Sie links noch den Heinzelmännchenbrunnen der, beziehungsweise deren Namensgeber, auch auf einer kölschen Sage beruht. Gleich dahinter befindet sich das Früh-Brauhaus. Hier haben Sie sich nach diesem Rundgang auf jeden Fall ein Kölsch und einen „Halve Hahn“ zum Abschluss verdient.

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