Abendliche Spreerundfahrt – durch Berlin auf Spree und Landwehrkanal

Ham’ Se Berlin schon bei Nacht gesehen, während unter Ihrem Sitz der Schiffsmotor brummt und die Spree plätschert? Wenn nicht, dann hätten wir hier was für Sie – die abendliche Spreefahrt durch Berlin. 

Sonntagabend, kurz nach sieben, Anlegestelle ‚Märkisches Ufer’. Der Kapität heißt uns hier oben auf Deck der „Kreuzberg“ willkommen und erklärt die für die nächsten drei Stunden gültigen Verhaltensregeln. Die wichtigste heißt definitiv „Kopf einziehen!“ Manche der 64 Brücken, die wir im Folgenden passieren werden, sind „very, very low! Ab jetzt nur noch Sitzplätze!“

Leise brummend legen wir ab. Der Fahrtwind streicht die Haare aus den Gesichtern – nach einem so heißen Tag wie heute die ideale Erfrischung! Wir gleiten vorbei an Märkischem Museum, East Side Gallery und Mercedes-Benz Arena. Langsam tuckern wir unter der Oberbaumbrücke durch, früher Sektorengrenze und nicht erst seit dem Kinohit „Lola rennt“ Wahrzeichen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Wir sehen den Molecule Man in der Abendsonne und die Treptowers und biegen an der Oberschleuse in den Landwehrkanal ein. Hier rücken die Ufer rechts und links näher zusammen, die weit übers Wasser ragenden Äste der Weiden, Linden und Kastanien sind beinahe zum Greifen nah, alles wird enger, grüner, wilder, romantischer. Auch die Brücken sind hier, am Landwehrkanal, deutlich tiefer als über der Spree. „Köpfchen runter, amigo, hombre, muchacho!“

Wir erfahren, dass der Görlizter Park bis 1951 Bahnhof war, dass man als preußischer Arbeiter „ausgeschlafen, rasiert und entleert“ zum Dienst erscheinen musste und noch allerhand mehr Putziges aus vergilbten Vorschriften. Am Urbanhafen liegen wie immer um diese Jahreszeit Menschen mit Flaschen im Gras und stoßen an auf den Feierabend.

Urbankrankenhaus, Synagoge und Technikmuseum ziehen an uns vorbei, und im letzten Abendrot werden die ersten Bauten des Potsdamer Platzes sichtbar, flankiert von Staatsbibliothek, Philharmonie, Neuer Nationalgalerie, Kulturforum. Langsam wird aus warmen Orangetönen mildes Blau, in das sich hier und da noch ein zartes Lila mischt. Wir lassen Schloss Bellevue und das Haus der Kulturen der Welt hinter uns und gelangen ins Regierungsviertel. Bundeskanzleramt und Paul-Löbe-Haus liegen jetzt nur noch einen Steinwurf entfernt. Etwas surreal mutet es schon an, einfach so hier durchzuschippern.

Als wir die Museumsinsel erreichen, sind die lilablauen Pastelltöne einem tiefen Dunkelblau gewichen. Jetzt erst kommen die bunten Lichter der Straßenlaternen, Neonreklamen und Leuchtketten so richtig zur Geltung. Am Bodemuseum öffnet sich ein glitzerndes Panorama mit Alter Nationalgalerie, Dom und im Hintergrund blinkendem Fernsehturm. Als auf der mit bunten Lichtern umrankten Tanzfläche unterhalb des Monbijoux-Theaters die Paare wie jeden Sommer mehr oder weniger gekonnt ihre Figuren in die Atmosphäre schrauben, wollen wir am liebsten auf der Stelle aussteigen und mittanzen.

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